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Deutscher Pflegepreis 2019 geht an Prof. Dr. Edith Kellnhauser

Die diesjährige Preisträgerin des Deutschen Pflegepreises als Ehrenpreis des Deutschen Pflegerates e.V. (DPR) ist Prof. Dr. Edith Kellnhauser. Mit dem Preis zeichnet der DPR ihren Verdienst um die Professionalisierung der Pflege aus. Das Team von „Klang und Leben“ erhielt für seine engagierte Arbeit mit Demenzkranken die Auszeichnung in der Kategorie „Freund der Pflege“.

Der Deutsche Pflegepreis 2019 wurde während einer festlichen Gala in fünf Kategorien im Wintergarten Varieté in Berlin verliehen. Als höchste nationale Auszeichnung in der Pflege würdigt der Deutsche Pflegepreis die Vielfalt des Pflegebereiches in unterschiedlichen Kategorien: Neben dem Ehrenpreis des DPR wurden in den Kategorien „Botschafter“, „Nachwuchs“, „Innovation“ und „Freund der Pflege“ Menschen und Projekte ausgezeichnet, die sich für die Pflege und das Wohl von Pflegenden und Patienten besonders engagieren. Die Preise sind mit einer Gesamtsumme von 18.000 Euro dotiert.

Die Preisträger

Der Deutsche Pflegepreis des DPR geht in diesem Jahr an Prof. Dr. Edith Kellnhauser. Die emeritierte Professorin der Katholischen Hochschule in Mainz, Bundesverdienstkreuzträgerin und Mitglied der Vertreterversammlung der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz wird für ihren bedeutsamen Verdienst für die professionell Pflegenden ausgezeichnet. Mit ihrer Promotionsschrift bereitete Kellnhauser den Weg für Pflegekammern in Deutschland. „Für Edith Kellnhauser ist es von größter Bedeutung, dass die Pflegeberufe eine höhere Anerkennung und Wertschätzung für ihre wertvolle Arbeit erfahren. Dass dies so ist und die Rahmenbedingungen dafür gegeben sind, dafür setzt sich Edith Kellnhauser ihr ganzes Berufsleben ein. Dafür erhebt sie kraftvoll und verbunden mit einem enormen, vor allem auch internationalen Wissensschatz, ihre Stimme und damit hat sie Erfolg. Das zeichnet sie als Frau für die Pflege aus“, betonte Franz Wagner, Präsident des DPR. Edith Kellnhauser absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete in Deutschland, Großbritannien, Ägypten und in den Vereinigten Staaten in der Pflege und im Pflegemanagement. Sie studierte an der Florida International University, arbeitete am Deutschen Krankenhausinstitut in Düsseldorf und wurde als Professorin für Pflegemanagement und Pflegepädagogik an die Katholische Hochschule Mainz berufen. Der Preisträger des letzten Jahres Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, hielt die Laudatio. Mit dem Deutschen Pflegepreis würdigt der DPR die Arbeit von Prof. Dr. Edith Kellnhauser und ihren enormen Einsatz für die Pflegeberufe. Ihren Preis nahm stellvertretend Ulrike Schleicht, Leiterin des Stauferklinikums Schwäbisch Gmünd, entgegen.

Musik in der Demenzbehandlung

Das Demenzprojekt „Klang und Leben“ erhielt den Deutschen Pflegepreis in der Kategorie „Freund der Pflege“, verliehen von der Schlüterschen Mediengruppe.

Der Musiker Oliver Perau, der Krankenpfleger und Lehrer für medizinische Fachberufe Graziano Zampolin, der Musiker, Produzent und Klavierlehrer Andreas Meyer, der Sozialpädagoge im Ambulant Betreuten Wohnen Karsten Kniep und der Musiker Jens Eckhoff sind aktive Mitglieder von „Klang und Leben“. Sie besuchen regelmäßig Senioreneinrichtungen und wecken mit musikalischen Zeitreisen Erinnerungen und fördern Lebensqualität. Lutz Bandte, Geschäftsführer der Schlüterschen Mediengruppe und Mitglied der Jury, begründet die Entscheidung: „Mit Freude und Begeisterung spielen ‚Klang und Leben‘ da auf, wo es am wichtigsten ist – bei den Betroffenen. Wir freuen uns über so viel musikalisches Engagement, das nicht nur den Menschen dabei hilft, einen berührten Nachmittag zu erleben, sondern auch Aufmerksamkeit für die Herausforderungen der Demenzbehandlungen weckt. Das wollen wir mit dem Freundespreis honorieren.“ Moderatorin und Schauspielerin Sophie Rosentreter, die den Preis im vergangenen Jahr entgegennehmen durfte, betonte in ihrer Laudatio, „‚Klang und Leben‘ bringen so viel positive Energie in die Pflegeeinrichtungen, die sie besuchen. Wir alle wissen, wie Musik uns zum Fühlen bringt – die durchschlagende Wirkung lässt sich in der Demenzbehandlung auf eine wunderbare Weise nutzen“.

Bessere Arbeitssicherheit durch Überziehschuhe

In der Kategorie „Nachwuchs" vergab die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ihren Preis an ein Azubi-Team aus Niedersachsen für die Idee der „Anti-Slides“. Die Überziehschuhe für die Duschbegleitung, entwickelt von Anne Meyer, Lena Schmitz und Michelle Gepfert von der Gesundheits- und Krankenschule Christliches Krankenhaus Quakenbrück gGmbH, überzeugten die Jury der BGW. Die Azubis wollen mit den „Anti-Slides“ die Sicherheit und den Tragekomfort verbessern. „Sie sind nicht nur wasserundurchlässig und rutschfest konzipiert. Sie sollen auch eine bessere Stabilisierung sowie Passgenauigkeit besitzen. Damit wird möglichen Arbeitsunfällen – etwa durch Ausrutschen – besser entgegengewirkt“, begründet Jurymitglied Silvia Thimm die Auszeichnung. Jurymitglied Dr. Herbert Deppisch hofft auf eine Umsetzung der Idee: „Wir sehen einen echten Rohdiamanten. Die ‚Anti-Slides‘ haben das Potential, in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen als einfache und praktikable Lösung genutzt zu werden. Wir wünschen dem Gewinnerteam, dass die Idee realisiert wird.“

Versorgungsnetz für Innovation ausgezeichnet

Die Auszeichnung in der Kategorie „Innovation“, verliehen von der Sparkassen-Finanzgruppe, erhielt das Projekt „Unser NETZ e.V.“ Die Experten-Jury aus Gesundheit, Politik und Wirtschaft, darunter der Staatsekretär für Gesundheit und Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Andreas Westerfellhaus, wählte den Verein, der sich der „Pflege im Quartier“ widmet. „Unser NETZ e.V.“ bietet ein nahes, engagiertes und tragfähiges Versorgungsangebot mit einer vorbildlichen sozialen Infrastruktur, das Bürgern im schwäbischen Lenningen und Owen erlaubt, auch in einer Pflegesituation zu Hause zu bleiben. Umfassende Alltagshilfen, ein erweitertes Angebot für Menschen mit Demenz, Begleitangebote wie Bewegungsgruppen und ein Bürgerfahrdienst zum Einkaufen ermöglichen Pflegebedürftigen die Teilhabe am Gemeindeleben. Zudem ist der Verein Betreuungsträger einer Seniorenwohnanlage. Die Sparkassen-Finanzgruppe und ihr Kranken- und Pflegeversicherungspartner UKV – Union Krankenversicherung erkennen diese neuen Lösungsansätze in der Pflege als enorme gesellschaftliche Chance an und zeichnen mit dem Preis das außerordentliche Engagement des erfolgreichen Projekts aus. UKV - Vorstandsmitglied Manuela Kiechle lobt: „Das Projekt ‚Unser NETZ e.V.‘ lebt den Quartiersgedanken vorbildhaft und zeigt, dass ein dichtes und bedarfsgerechtes Netz an Beratung und Betreuung zu Hause auch im ländlichen Raum möglich ist.“

Jung engagiert sich für junge Kollegen

In der Kategorie „Botschafter der Pflege“, verliehen von der auf betriebliche Altersvorsorge spezialisierten BVUK. Gruppe, ging der Deutsche Pflegepreis an Helena Dyck. Die 22-Jährige arbeitet seit zweieinhalb Jahren als Gesundheits- und Krankenschwester sowie Stroke Nurse an der RKU – Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm gGmbH. Ausschlaggeben waren für die Jury unter der Leitung von Präsident des DPR Franz Wagner, dass sich Helena Dyck trotz ihres jungen Alters innerhalb kurzer Zeit zur einer patienten- und teamorientierten Leistungsträgerin auf ihrer Station entwickelt hat. Mit Begeisterung engagiert sie sich zudem aktiv für den Nachwuchs in der Pflege: Sie kümmert sich um interessierte Schülerinnen und Schüler und betreut Auszubildende und Praktikanten. Zusätzlich wird Dyck ein berufsbegleitendes pflegewissenschaftliches Studium aufnehmen. Stefan Kühn, Mitglied der Geschäftsleitung der BVUK. Gruppe, führt aus: „Frau Dyck hat sich den Preis wirklich verdient. Sie ist nicht nur eine ausgesprochen kompetente und beliebte Pflegende, sondern sie ermutigt mit ihrem Vorbild junge Menschen, sich einem Pflegeberuf zu verschreiben. Darüber hinaus arbeitet sie konsequent auf ihre akademische Ausbildung hin. Nicht, um der praktischen Arbeit auf der Station den Rücken zu kehren, sondern um zusätzlich auch noch als Dozentin für den Fachkräftenachwuchs tätig zu sein.“

Weiterer Preis ausgeschrieben

In der Kategorie „Praxis“, in den letzten Jahren ausgelobt von HARTMANN, wurde in diesem Jahr kein Preis verliehen. Bis Ende Dezember 2019 können sich Einrichtungen aus dem stationären und ambulanten Bereich jedoch mit einer Idee zur langfristigen Bekämpfung des Personalengpasses in der Pflege bewerben. Unter dem Titel „Mitarbeiter für die Pflege gewinnen und binden – erfolgreiche Konzepte aus der Praxis“ können Projekte oder einzelne Maßnahmen jetzt auf der Webseite des Deutschen Pflegepreises eingereicht werden. Der Sieger wird im kommenden Jahr beim Deutschen Pflegepreis ausgezeichnet.

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